Chile: jung und verwöhnt

Die Neue Welt strebt auf


Hervorragende Bedingungen

Die Anden begünstigen den Weinanbau im doppelten Sinne. Zum Einen werden die Flüsse im Sommer durch die Schneeschmelze mit wichtigen Mineralien angereichert und ein jahrhundertealtes, ausgeklügeltes Bewässerungssystem sorgt dafür, dass das Wasser, auf die besonderen Bedürfnisse der Winzer abgestimmt, die Weinberge erreicht.

Zum Anderen bestimmen die Höhenzüge der Küstenkordillere eine wertvolle Thermik: Sinken in der Nacht die Temperaturen, fällt die kühle Luft bis in die Täler. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht mit bis zu 25 °C sind für viele charaktervolle Weine eine weitere ideale Bedingung, wie sie auf dem europäischen Festland kaum zu finden ist. Gleichzeitig sind die klimatischen Verhältnisse über die Jahre gesehen konstant, so daß nahezu keine Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Jahrgängen auftreten.

Der pazifische Humboldtstrom erzeugt ein kühles Terroir an Chiles Küste. Nebel und kalte Luft vom Ozean ziehen ins Landesinnere und sorgen damit für ein variationsreiches Klima. Das wiederum führt zu einer unglaublichen Sortenvielfalt – von kraftvollem, sonnenverwöhntem Carménère über sehr aromatischen Cabernet Sauvignon, weichen Merlot bis hin zum mineralischen und filigranen Sauvignon Blanc, blumig fruchtigem Chardonnay und ausdrucksstarkem Muscadet.

Reinheit

Da Chile durch seine geografische Abgeschiedenheit von der Reblaus verschont blieb, waren die Winzer nicht gezwungen, ihre Rebsorten auf resistente Wurzeln zu pfropfen. Damit blieben die Reben wurzelecht erhalten, was in Europa nicht mehr zugelassen ist.
Sogar eine verschwunden geglaubte französische Rebsorte wurde in Chile 1994 wiederentdeckt: die ursprünglich aus dem Bordeauxgebiet stammende Carménère-Traube. Sie gelangt unter der südamerikanischen Sonne zu voller Pracht, da die besonders weichen Tannine ihre würzigen Nuancen perfekt unterstützen. Seit 1996 darf die Carménèretraube sortenrein ausgebaut und abgefüllt werden.

Zudem kann man in Chile auf umfangreiche Spritzmaßnahmen zum Pflanzenschutz komplett verzichten, da die europäischen Rebkrankheiten hier unbekannt sind. Selbst den Mehltau, welchem in Europa mit Kupferpräparaten zu Leibe gerückt wird, sucht man hier vergeblich.

Erschwinglicher Hochgenuss

Allen chilenischen Weinen wird eine außergewöhnlich klare und zugleich sehr lebendige Fruchtnote zugeschrieben – ein weiteres Ergebnis der besonderen Wachstumsbedingungen. Zugleich machen die natürlichen Faktoren den chilenischen Wein im internationalen Vergleich extrem erschwinglich. Wer seine Reben in Ruhe wachsen lassen kann, der ist in der Lage, sein Endprodukt preiswerter zu verkaufen.

Das macht die schmackhaften chilenischen Weine selbst im mittleren und unteren Preissegment unschlagbar.

Das verblüffende Preis-Qualitätsverhältnis dieser Weine wurde erst nach und nach anerkannt. Seit etwa zehn Jahren schneiden viele chilenische Weine bei Blindproben weitaus besser ab als die europäischen Klassiker. Dafür sorgen auch die ehrgeizigen chilenischen Önologen, die mit internationaler Erfahrung und exzellenter Ausbildung aufwarten. Ihre experimentierfreudige Haltung lässt noch viele große Weine in den folgenden Jahren erwarten.

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